Kredit-Wissen · 5 Min. Lesezeit
Effektivzins vs. Sollzins: Der Unterschied, den jeder Kreditnehmer kennen sollte
Sollzins lockt, Effektivzins zahlt. Wir erklären, wie sich beide unterscheiden, warum nur eine der beiden Zahlen wirklich vergleichbar ist – und was Banken hineinverstecken.
Veröffentlicht am 18. März 2026

Kredit-Wissen
Im Werbeprospekt steht „ab 2,9 %" – auf dem Kreditvertrag liest du dann „4,2 %". Was ist passiert? Die Antwort: Beworben wurde der Sollzins, abgerechnet wird der Effektivzins. Wer den Unterschied kennt, durchschaut Kreditangebote schneller und vergleicht zuverlässiger.
Der Sollzins – nur die halbe Wahrheit
Der Sollzins (früher Nominalzins) ist die reine Zinskomponente, die auf das ausgeliehene Kapital angerechnet wird. Was er nicht enthält: Bearbeitungsgebühren, Vermittlungsprovisionen, eventuelle Restschuldversicherungen, Kontogebühren. Damit ist der Sollzins als Vergleichsgröße ungeeignet, weil zwei Anbieter mit gleichem Sollzins ganz unterschiedlich teuer sein können.
Der Effektivzins – was du tatsächlich zahlst
Der effektive Jahreszins (Effektivzins) bezieht alle preisbestimmenden Faktoren mit ein, die der Bank zustehen. Er ist gesetzlich vorgeschrieben (PAngV § 6) und damit das einzige Vergleichsmaß zwischen Kreditangeboten verschiedener Anbieter.
Was im Effektivzins enthalten ist
- Sollzins (die reine Verzinsung)
- Bearbeitungs- und Vermittlungsgebühren
- Kontoführungsgebühren des Kreditkontos
- Tilgungsverrechnungs-Modus (monatlich, vierteljährlich, jährlich)
- Eventuelle Disagien (Auszahlungsabschläge)
Was nicht enthalten ist
- Restschuldversicherung – diese muss separat ausgewiesen werden
- Kosten für Sicherheiten (z. B. Bürgschaft)
- Gebühren für Sondertilgungen
Bonitätsabhängige vs. bonitätsunabhängige Zinsen
Manche Banken werben mit „2/3-Zinsen" („zwei Drittel aller Kunden bekommen diesen Zinssatz oder besser"). Andere bieten „bonitätsunabhängig" einen einheitlichen Zinssatz für alle Kunden. Letzteres ist transparenter, weil du genau weißt, was du zahlst – auch wenn der Zinssatz dann oft nicht der absolut günstigste ist.
Fazit
Lass dich nicht vom niedrigen Sollzins blenden. Ein effektiver Vergleich zwischen Kreditangeboten ist ausschließlich über den Effektivzins möglich – plus Blick auf Sondertilgungsoptionen und Restschuldversicherungen.

Senior Editor Finanzen
Marco Hellwig
M.A. Volkswirtschaft, ehemaliger Bankberater bei einer deutschen Großbank. Seit 6 Jahren Redakteur für Verbraucherfinanzen.
Zuletzt aktualisiert
18. März 2026
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