Was ist eigentlich ein Girokonto?
Das Girokonto ist dein Alltagskonto. Hier landet das Gehalt, von hier gehen Miete, Stromrechnung und Lastschriften ab, hier liegen die paar Tausend Euro, die du im Alltag brauchst. Anders als ein Tagesgeldkonto ist es nicht zum Sparen gedacht, Banken zahlen darauf kaum Zinsen, weil sie dein Geld nicht binden können, du jederzeit zugreifen darfst.
Klingt simpel. Wird kompliziert, sobald du genauer hinschaust: Welche Bank verlangt monatliche Gebühren, welche nicht? Welche Karten gibt’s gratis dazu? Was kostet Bargeld im Ausland? Bekommst du eine vollwertige Mastercard oder nur eine Debit-Karte? Genau die Fragen klären wir hier.
Kurz gesagt
Ein gutes Girokonto kostet 2026 0 Euro im Monat, kommt mit kostenloser Karte, ermöglicht Bargeld-Abhebung an min. 10.000 Geldautomaten und hat eine App, die du nicht nach drei Tagen löschen willst. Bei Direktbanken ist das Standard, bei Filialbanken die seltene Ausnahme.
Unsere aktuell empfohlenen Banken
Sorgfältig kuratierte Auswahl, keine Sortier-nach-Provision-Logik. Aktuell ein Anbieter, weitere Banken folgen in den kommenden Wochen.
Berliner Volksbank
200 € NeukundenbonusGirokonto „blauorange" der Genossenschaftsbank: für unter 30-Jährige kostenlos, inklusive Karte, Kontowechselservice und 200 € Neukundenbonus.
- Kostenlos für alle unter 30 Jahren, sonst 3,95 € pro Monat
- 200 € Neukundenbonus bei regelmäßigen Geldeingängen
- Inklusive Bankkarte, App mit Apple Pay und Google Pay
C24 Bank
Bis zu 1 % CashbackVollwertiges deutsches Girokonto mit Smartphone-App, Mastercard und girocard. Drei Tarife vom 0-Euro-Konto bis zur Premium-Variante mit Cashback und Reise-Versicherungen.
- Weltweit kostenlos in Echtzeit zahlen
- Kostenlose Mastercard plus girocard
- 0,5 % Zinsen p. a. auf das Guthaben
Worauf bei der Wahl achten?
Acht Kriterien entscheiden, ob dir ein Konto im Alltag wirklich nutzt oder dich nach drei Monaten nervt. Die ersten drei sind die wichtigsten.
- 01
Kontoführungsgebühren
0 Euro ist 2026 der Maßstab. Direktbanken bieten kostenlose Konten meist mit moderatem Mindestgeldeingang (700 bis 1.000 Euro pro Monat). Wer das nicht erfüllt, sollte auf eine Bank wechseln, die auch ohne Bedingungen kostenlos ist (z. B. Comdirect drei Jahre lang, C24 Smart dauerhaft).
- 02
Karten-Konditionen
Mindeststandard: kostenlose girocard und entweder kostenlose Debit-Mastercard oder Debit-Visa-Karte. Eine vollwertige Kreditkarte ist Bonus. Premium-Modelle mit Metall-Karte (C24 Max, N26 Metal) kosten 9 bis 17 Euro pro Monat, lohnt sich nur, wenn die Zusatzfeatures (Cashback, Reise-Versicherungen, Concierge) dich wirklich interessieren.
- 03
Bargeldabhebung & Auslandszahlung
Inland: mindestens 10.000 kostenlose Geldautomaten via Cash Group, Cash Pool oder Mastercard-Netz. Ausland: keine Fremdwährungs-Aufschläge. Filialbanken nehmen 1,5 bis 3,5 Prozent, auf 1.000 Euro Urlaubsbargeld also 15 bis 35 Euro Gebühr. Direktbanken liegen meist bei 0 Prozent.
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Mobile App + Online-Banking
Push-Benachrichtigungen bei Zahlungen, Kategorisierung der Ausgaben, Apple Pay und Google Pay, biometrisches Login. Bei der DKB, C24, ING und N26 läuft das richtig gut. Bei vielen Sparkassen-Apps fehlen 2026 noch grundlegende Funktionen oder die UX wirkt wie 2018.
- 05
Unterkonten („Pockets") mit eigener IBAN
Praktisch für Pärchen (gemeinsame Miete), Selbstständige (Rücklagen für Steuer) oder einfach zum Sparen. Bei C24 Bank gehören Pockets zum Standard, bei DKB kommen 2026 begrenzte Spaces dazu. Klassische Filialbanken kennen das Feature meist nicht.
- 06
Cashback und Wechselboni
0,05 bis 1 Prozent Cashback auf Karten-Zahlungen sind realistisch, bei einem Haushaltsbudget von 2.000 Euro pro Monat sind das 12 bis 240 Euro Bonus pro Jahr. Wechselbonus liegt zwischen 50 und 150 Euro einmalig, oft an aktive Konto-Nutzung über 6 Monate gekoppelt.
- 07
Einlagensicherung
Pflicht in Deutschland: 100.000 Euro pro Kunde über die gesetzliche Einlagensicherung. Achte aber bei Auslandsbanken (z. B. Revolut, Wise) darauf, dass dort die jeweilige Heimatland-Sicherung gilt (Litauen, Belgien), selber Betrag, andere Sprache wenn etwas schiefläuft.
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Sparkasse oder Direktbank?
Filialbank-Vorteil: physische Beratung und einfaches Bargeld-Einzahlen. Direktbank-Vorteil: alle anderen Punkte oben sind drastisch besser. Wer im Monat einmal eine Bareinzahlung von 200 Euro macht, sollte nicht 120 Euro pro Jahr für eine Filialbank zahlen. Wer Bareinzahlungen täglich braucht (Trinkgeld-intensive Berufe), kommt um eine Filialbank schwer herum.
Direktbank oder Filialbank?
Die ehrliche Antwort: Für 90 Prozent aller Menschen ist eine Direktbank 2026 die bessere Wahl. Hier die Unterschiede schwarz auf weiß.
| Kriterium | Direktbank | Filialbank |
|---|---|---|
| Kontoführung | 0 € (mit Bedingungen) bis 9,90 € (Premium) | 5 € bis 15 € pro Monat |
| Karten | girocard + Debit-Mastercard meist gratis | girocard gratis, Kreditkarte ab 30 €/Jahr |
| Bargeld-Abhebung | 10.000+ Geldautomaten kostenlos via Cash Pool/Mastercard | Eigene Filialen kostenlos, andere kosten 5 € bis 10 € |
| App + Online-Banking | State-of-the-art (Apple/Google Pay, biometrisch) | Solide bis veraltet, je nach Bank |
| Beratung | Chat, Telefon, Video, kein persönlicher Berater | Persönlicher Berater in der Filiale |
| Bareinzahlung | Eingeschränkt, meist via Einzahlautomaten Cash-Group | Unbegrenzt am Schalter |
| Ausland-Karten-Zahlung | 0 % Aufschlag bei guten Direktbanken | 1,5 % bis 3,5 % Fremdwährungs-Aufschlag |
Faustregel: wenn dein Bank-Alltag aus Karten-Zahlungen, Online-Überweisungen und einer App besteht, brauchst du keine Filiale. Wenn du wöchentlich Bargeld einzahlst oder Wert auf den persönlichen Berater legst, lohnt sich eine Filialbank, aber rechne mit 60 bis 180 Euro Mehrkosten pro Jahr.
Schüler, Schufa, Gemeinschaftskonto
Drei Sonderfälle, bei denen die Auswahl-Logik anders aussieht.
Schüler & Studenten
Kostenlos auch ohne Geldeingang
DKB Cash Junior, comdirect Junior Giro, ING Direkt-Girokonto für unter 28 bieten dauerhaft kostenlose Konten unabhängig vom Geldeingang. Voraussetzung ist meist Immatrikulation oder Schulbescheinigung. Nach Abschluss läuft das Konto in den Standard-Tarif über.
Mit negativer Schufa
Das gesetzliche Basiskonto
Seit 2016 hat jeder das Recht auf ein Basiskonto, auch mit negativem Schufa-Eintrag. Die Kontoführung ist meist nicht kostenlos (5 bis 10 Euro pro Monat), und es gibt keinen Dispokredit. Aber: Gehaltseingang, Überweisungen, Lastschriften und Karten-Zahlung funktionieren normal.
Für Paare
Gemeinschaftskonto (Oder/Und)
Oder-Konto: beide dürfen unabhängig verfügen, praktisch im Alltag. Und-Konto: beide müssen jeder Transaktion zustimmen, sicherer bei größeren Summen. Comdirect, DKB und ING bieten Gemeinschaftskonten zu denselben Konditionen wie Einzelkonten. C24 Bank zieht 2026 nach.
So funktioniert der Bankwechsel
Den Wechsel hat der Gesetzgeber 2016 deutlich vereinfacht. Du machst nichts außer dem Antrag bei der neuen Bank, alles andere läuft automatisch innerhalb von zwölf Werktagen.
- 01
Neues Konto eröffnen
Beim neuen Anbieter Antrag stellen, Identifikation per Video-Ident (5 bis 10 Minuten). Konto-Eröffnung dauert in der Regel 1 bis 3 Werktage. Du bekommst IBAN, Online-Banking-Zugang und Karten per Post.
- 02
Kontowechsel-Service starten
Die neue Bank stellt dir ein Formular bereit (oft direkt in der App). Du gibst deine bisherige IBAN ein und ermächtigst die neue Bank, alle Daueraufträge und Lastschrift-Mandate der letzten 13 Monate von der alten Bank abzurufen.
- 03
Empfänger automatisch informieren
Die neue Bank schreibt deine Arbeitgeber, Versicherer, Stromanbieter etc. an und teilt die neue IBAN mit. Lastschriften laufen ab Tag X über das neue Konto. Du musst niemanden manuell informieren.
- 04
Altes Konto kündigen
Sobald alle Zahlungen umgestellt sind (typisch nach 2 bis 4 Wochen), kannst du das alte Konto kündigen. Manche Banken machen das auch automatisch im Rahmen des Wechselservice, dann musst du nur unterschreiben.
- 05
Wechselbonus kassieren
Falls die neue Bank einen Bonus zahlt (50 bis 150 Euro üblich), wird er nach Aktivierungs-Bedingungen (oft ein bis drei Gehaltseingänge oder Karten-Umsatz innerhalb 6 Monate) ausgezahlt. Achte vor der Kündigung darauf, dass alle Bedingungen erfüllt sind.
Häufige Fragen zum Girokonto
Die Fragen, die Google am häufigsten zum Thema Girokonto bekommt, beantwortet ohne Marketing-Floskeln.

