✦ Dein Navigator für finanzielle Sicherheit ✦

KreditKompass Daten-ReportStand Berichtsjahr 2024 (amtliche Insolvenzstatistik, Verbraucher)

Verbraucherinsolvenz-Atlas 2024: In Bremen gehen 3,5-mal so viele Verbraucher in die Insolvenz wie in Bayern

2024 wurden in Deutschland 71.207 Verbraucherinsolvenzen beantragt, im Schnitt 84 je 100.000 Einwohner. Zwischen den Bundesländern klafft eine große Lücke: Bremen und der Norden liegen vorn, der Süden hinten.

 ×

So groß ist der Unterschied zwischen Bremen und Bayern.

 
Spitze: Bremen
 
Schluss: Bayern

Das Wichtigste in Kürze

2024 wurden in Deutschland 71.207 Verbraucherinsolvenzen beantragt, im Schnitt 84 je 100.000 Einwohner. Am höchsten ist die Quote in Bremen mit 169, am niedrigsten in Bayern mit 48. Das ist ein Unterschied von rund dem 3,5-fachen.

  • Bremen führt mit 169 Verbraucherinsolvenzen je 100.000 Einwohner, vor Niedersachsen (130) und Hamburg (122).
  • Bayern hat mit 48 die niedrigste Quote, gefolgt von Baden-Württemberg (61) und Thüringen (67).
  • Das Gefälle ist groß: Stadtstaaten und der Norden liegen klar über dem Süden.
  • Bundesweit beantragten 2024 rund 71.000 Verbraucher eine Insolvenz.
 

Verbraucherinsolvenzen Deutschland 2024

 

Bundesdurchschnitt je 100.000 Einwohner

 

Höchste Quote (Bremen)

 

Niedrigste Quote (Bayern)

Spitzenreiter gegen Schlusslicht

 

Bremen

3,5×

so viel häufiger

 

Bayern

Bremen liegt rund 3,5-mal so hoch wie Bayern.

Die Karte: Verteilung nach Bundesland

Grafik frei einbettbar mit Quellenangabe KreditKompass. Quelle: Insolvenzstatistik 2024, Verbraucher (Tab. 52411-03-01-4), Statistische Ämter des Bundes und der Länder.

Rangliste aller Bundesländer

Bremen
169
Niedersachsen
130
Hamburg
122
Saarland
113
Schleswig-Holstein
112
Mecklenburg-Vorpommern
110
Sachsen-Anhalt
106
Nordrhein-Westfalen
95
Brandenburg
95
Berlin
85
Sachsen
77
Rheinland-Pfalz
75
Hessen
73
Thüringen
67
Baden-Württemberg
61
Bayern
48

Ein klares Nord-Süd-Gefälle

Die Verbraucherinsolvenzen verteilen sich sehr ungleich über Deutschland. An der Spitze stehen der Stadtstaat Bremen sowie der Norden mit Niedersachsen, Hamburg und Schleswig-Holstein. Am unteren Ende liegen die süddeutschen Flächenländer Bayern und Baden-Württemberg sowie Thüringen. Zwischen dem höchsten und dem niedrigsten Wert liegt das rund 3,5-fache. Solche Muster hängen erfahrungsgemäß mit Faktoren wie Einkommensniveau, Arbeitsmarktlage und regionaler Wirtschaftsstruktur zusammen, lassen sich aus der reinen Insolvenzzahl aber nicht ursächlich erklären.

Warum die Zahl je 100.000 Einwohner zählt

In absoluten Zahlen führt Nordrhein-Westfalen die Statistik an, einfach weil dort die meisten Menschen leben. Erst die Quote je 100.000 Einwohner macht die Bundesländer vergleichbar. Genau diese Normierung zeigt, dass kleine Länder wie Bremen relativ betroffener sind als große wie Bayern. Für eine faire Einordnung ist deshalb immer die Quote und nicht die absolute Fallzahl entscheidend.

Was Betroffene tun können

Eine Privatinsolvenz ist selten der erste Schritt, sondern meist das Ende einer längeren Überschuldung. Wer früh handelt, hat mehr Spielraum. Eine kostenlose, anerkannte Schuldnerberatung verschafft Überblick und kann mit Gläubigern verhandeln. In vielen Fällen lassen sich teure Schulden, etwa ein dauerhaft genutzter Dispo, vor der Insolvenz durch einen günstigeren Ratenkredit ablösen und so die monatliche Belastung senken. Wichtig ist, seriöse Anlaufstellen zu wählen und keine Vorkosten zu zahlen.

Alle Werte im Detail

#BundeslandWertDetail
01Bremen1691.159 Verbraucherinsolvenzen absolut
02Niedersachsen13010.551 Verbraucherinsolvenzen absolut
03Hamburg1222.300 Verbraucherinsolvenzen absolut
04Saarland1131.126 Verbraucherinsolvenzen absolut
05Schleswig-Holstein1123.300 Verbraucherinsolvenzen absolut
06Mecklenburg-Vorpommern1101.787 Verbraucherinsolvenzen absolut
07Sachsen-Anhalt1062.324 Verbraucherinsolvenzen absolut
08Nordrhein-Westfalen9517.285 Verbraucherinsolvenzen absolut
09Brandenburg952.437 Verbraucherinsolvenzen absolut
10Berlin853.210 Verbraucherinsolvenzen absolut
11Sachsen773.130 Verbraucherinsolvenzen absolut
12Rheinland-Pfalz753.109 Verbraucherinsolvenzen absolut
13Hessen734.696 Verbraucherinsolvenzen absolut
14Thüringen671.430 Verbraucherinsolvenzen absolut
15Baden-Württemberg616.874 Verbraucherinsolvenzen absolut
16Bayern486.483 Verbraucherinsolvenzen absolut

Methodik & Datenbasis

Datenbasis: beantragte Verbraucherinsolvenzverfahren im Berichtsjahr 2024 je Bundesland aus der amtlichen Insolvenzstatistik der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder (Statistik 52411, Tabelle 52411-03-01-4, Datenlizenz Deutschland 2.0). Die Quote je 100.000 Einwohner ist eine eigene Berechnung auf Basis der Bevölkerung je Bundesland (Statistisches Bundesamt, Fortschreibung Stand 01.01.2024). Ausgewiesen sind Verbraucherinsolvenzen im engeren Sinne (71.207 bundesweit). Die breiter gefasste Zahl der Privatinsolvenzen inklusive ehemals selbständig Tätiger liegt bei rund 98.900. Daten sind bis auf Kreisebene verfügbar und können auf Anfrage je Region bereitgestellt werden.

Daten nutzen & zitieren

Diese Auswertung darf mit Quellenangabe „KreditKompass" und Link auf diese Seite frei verwendet werden. Daten als CSV herunterladen.

Häufige Fragen

Welches Bundesland hat die meisten Verbraucherinsolvenzen je Einwohner?

Bremen mit 169 Verbraucherinsolvenzen je 100.000 Einwohner (2024), gefolgt von Niedersachsen und Hamburg.

Wo gibt es die wenigsten Verbraucherinsolvenzen?

In Bayern mit 48 je 100.000 Einwohner, gefolgt von Baden-Württemberg und Thüringen.

Sind das nur Verbraucherinsolvenzen?

Ja. Ausgewiesen sind Verbraucherinsolvenzen im engeren Sinne (71.207 bundesweit, 2024). Die breitere Privatinsolvenz inklusive ehemals Selbständiger liegt bei rund 98.900.

Darf ich die Daten verwenden?

Ja, mit Quellenangabe KreditKompass und Link auf die Report-Seite. Daten als CSV zum Download.

Bevor Schulden zur Insolvenz werden: bestehende Kredite prüfen und umschulden.

Jetzt vergleichen

Mehr dazu: Umschuldung · Schuldnerberatung · Kreditvergleich

Herausgeber: KreditKompass · veröffentlicht 7.6.2026. Zahlen aus amtlichen Quellen, eigene Berechnungen transparent in der Methodik.