Finom im Überblick
Stand: 22. August 2026 · Geprüft von der KreditKompass-Redaktion
Finom ist ein digitales Geschäftskonto für Freiberufler, Einzelunternehmer und kleine Firmen. Der Unterschied zu einem reinen Konto liegt im Papierkram: Rechnungen schreiben, Belege scannen, Umsatzsteuer-Voranmeldung und EÜR laufen direkt im Konto, statt in einem zweiten Programm. Nach eigenen Angaben nutzen über 200.000 Unternehmer und Freiberufler in Europa den Dienst.
Die deutsche IBAN steht laut Anbieter innerhalb von 24 Stunden bereit, die Eröffnung läuft komplett online. Unterstützt werden Einzelunternehmen, Freiberufler, GbR, UG, GmbH, KG, oHG und AG, außerdem Firmen in Gründung, die ihr Stammkapital einzahlen wollen. Zum Konto gehören Visa-Debitkarten für dich und dein Team, physisch und virtuell.
Wichtig zu wissen, bevor du vergleichst: Finom ist keine Bank. Das Geschäftskonto stellt PNL Fintech B.V. bereit, das Zinskonto die Wertpapierfirma Aksys Global Markets Europe Ltd. Kundengelder liegen in einer von der niederländischen Zentralbank beaufsichtigten Treuhandstiftung, nicht in der gesetzlichen Einlagensicherung bis 100.000 Euro. Was das praktisch heißt, steht weiter unten unter „Was Finom nicht ist".
Finom-Produkte im Überblick
Alle Finom-Angebote auf einen Blick. Jedes Produkt führt direkt zum passenden Antrag.
Was Finom auszeichnet
Buchhaltung sitzt im Konto
Belege scannst du in der App, die Zuordnung übernimmt eine automatische Kategorisierung, Umsatzsteuer wird mitgerechnet. UStVA und EÜR reichst du aus demselben Konto ein, in dem das Geld liegt.
E-Rechnung ohne Zusatzprogramm
Seit 2025 müssen Unternehmen in Deutschland E-Rechnungen empfangen können. Finom stellt Rechnungen im geforderten Format aus, das spart ein zweites Werkzeug und die Schnittstelle dazwischen.
Schneller Start
Die Eröffnung läuft online, die deutsche IBAN steht laut Anbieter am nächsten Werktag. Für Gründer, die auf das Geschäftskonto warten, um das Stammkapital einzuzahlen, ist das der entscheidende Punkt.
Cashback auf Geschäftsausgaben
Je nach Tarif fließt bis zu 1 Prozent, mit der Prime Card 1 Prozent bis 1.000 Euro im Monat, zurück. Bei laufenden Betriebsausgaben trägt das die Monatsgebühr mit.
Für wen ist Finom geeignet?
Freiberufler und Solo-Selbstständige
Wer Rechnungen schreibt, Belege sammelt und die Umsatzsteuer selbst meldet, spart hier den Wechsel zwischen Bank, Rechnungstool und Buchhaltung. Der Solo-Tarif kostet 0 Euro.
Kleine Firmen mit Team
Karten für Mitarbeitende, Rollen und Rechte, Sammelüberweisungen und Belegpflicht pro Karte. Ab den Tarifen mit mehreren Nutzern sinnvoll.
Gründer in der Anmeldephase
Konto, Stammkapital-Einzahlung und Rechnungsstellung ab dem ersten Tag, ohne auf einen Filialtermin zu warten.
International tätige Betriebe
Zahlungen in über 17 Währungen und in mehr als 150 Länder, Wechselkurs nach Anbieterangabe Interbank plus 0,5 Prozent.
Ablauf einer Anfrage
So läuft eine typische Anfrage bei Finom ab — von der ersten Eingabe bis zur Auszahlung.
- 1
Tarif wählen
Solo ab 0 Euro für Einzelunternehmer, darüber Tarife ab 7 Euro im Monat ohne Mehrwertsteuer mit mehr Nutzern, höheren Freigrenzen und mehr Buchhaltung. Kostenpflichtige Tarife lassen sich 30 Tage testen, Jahreszahlung ist günstiger.
- 2
Online registrieren
Unternehmens- und Kontaktdaten eingeben, Rechtsform auswählen. Der Antrag läuft am Laptop oder in der App.
- 3
Identität und Firma prüfen lassen
Ausweis des gesetzlichen Vertreters und die Unterlagen zur Firma, je nach Rechtsform etwa Handelsregisterauszug oder Gewerbeanmeldung.
- 4
Konto nutzen
Nach Freischaltung stehen deutsche IBAN, Visa-Debitkarten, Rechnungsstellung und Buchhaltung bereit. Das Zinskonto und die Prime Card schaltest du bei Bedarf dazu.
Erfahrungen mit Finom
Was Verbraucher in Bewertungsforen und Communities über Finom berichten — qualitativ verdichtet aus öffentlichen Erfahrungen.
Bei Trustpilot steht Finom mit 4,7 von 5 Sternen bei 14.892 Bewertungen, Stand 22.08.2026. Gelobt werden vor allem der schnelle Support und die einfache Bedienung der App.
Kritik betrifft überwiegend die Tiefe der Buchhaltungsfunktionen und Grenzfälle im Gesellschaftsrecht, bei denen der Support an seine Grenzen kommt. Für eine klassische Solo-Selbstständigkeit oder eine kleine GmbH reicht der Funktionsumfang meist, wer eine vollwertige Buchhaltungssoftware ersetzen will, sollte vorher prüfen, ob sein Fall abgedeckt ist.
Wer bar einnimmt, ist hier falsch: Bargeld lässt sich nicht am Schalter einzahlen. Das ist kein Mangel des Anbieters, sondern eine Frage des Geschäftsmodells.
Finom vs. Alternativen
Wie sich Finom qualitativ von ähnlichen Anbietern unterscheidet. Die konkreten Konditionen findest du direkt bei Finom.
- Finomvs.Qonto
Qonto bringt die DATEV-Schnittstelle mit und ist bei Steuerberatern in Deutschland stärker eingeführt. Finom setzt dafür die Buchhaltung samt UStVA und EÜR direkt ins Konto und ist im Einstieg günstiger.
- Finomvs.Holvi
Beide bündeln Konto und Buchhaltung für Selbstständige. Holvi verzichtet auf die Schufa-Prüfung und ist auf Solo-Selbstständige zugeschnitten, Finom deckt mit Team-Karten, mehreren Nutzern und Fremdwährungen mehr Wachstum ab.
- Finomvs.bunq Business
bunq ist stärker bei Multi-Currency und Unterkonten für Rücklagen. Finom liegt bei Rechnungsstellung, E-Rechnung und Steuermeldungen vorn.
- Finomvs.Geschäftskonto der Hausbank
Die Filialbank bietet Bargeld, persönliche Beratung, Dispo und die gesetzliche Einlagensicherung. Finom ist schneller eröffnet, günstiger im Einstieg und papierärmer, ersetzt aber weder Dispo noch Schalter.
Passt Finom zu deiner Situation?
Zu Finom →Pro & Contra
Eine ehrliche Einschätzung: was bei Finom stark ist — und wo die Schwächen liegen.
Stärken
- Rechnungen, Belege, UStVA und EÜR direkt im Konto
- Deutsche IBAN laut Anbieter innerhalb von 24 Stunden
- Solo-Tarif ab 0 Euro, weitere Tarife ab 7 Euro im Monat
- Visa-Debitkarten für Team und Ausgaben, physisch und virtuell
- Über 50 Schnittstellen zu Buchhaltungswerkzeugen
- Auch für Firmen in Gründung samt Stammkapital-Einzahlung
Schwächen
- Keine Bank: Kundengelder liegen in einer Treuhandstiftung, nicht in der gesetzlichen Einlagensicherung
- Das Zinskonto ist ein Geldmarktfonds, kein Tagesgeld, und die 5 Prozent gelten nur fünf Monate
- Die Prime Card ist eine Debitkarte, sie hat keinen Kreditrahmen
- Kein Dispo und kein Firmenkredit
- Rein digital, keine Filiale und keine Bargeld-Einzahlung am Schalter
- In Österreich gibt es nur eine europäische IBAN, keine AT-IBAN
Vertrauenssignale
Lizenz, Marktpräsenz, Reputation — die wichtigsten Trust-Signale auf einen Blick.
Kundengelder getrennt verwahrt
Die Gelder liegen in einer eigenen Treuhandstiftung unter Aufsicht der niederländischen Zentralbank, als Verwahrpartner nennt Finom BNP Paribas. Bei einer Insolvenz des Anbieters gehören sie damit nicht zur Insolvenzmasse.
Über 200.000 Kunden in Europa
Nach eigenen Angaben nutzen mehr als 200.000 Unternehmer und Freiberufler den Dienst, bei Trustpilot stehen 4,7 von 5 Sternen aus 14.892 Bewertungen, Stand 22.08.2026.
Was Finom nicht ist
Keine Bank, kein Dispo, kein Firmenkredit, keine Filiale und keine Bargeld-Einzahlung. Das Zinskonto ist eine Geldanlage in Fonds, kein Tagesgeld. Wer eines davon braucht, ist bei einer Bank besser aufgehoben.
Häufige Fragen zu Finom
Ist Finom eine Bank?
Nein. Finom ist ein Zahlungsdienstleister. Das Geschäftskonto stellt PNL Fintech B.V. bereit, das Zinskonto die Wertpapierfirma Aksys Global Markets Europe Ltd. Kundengelder werden getrennt vom Firmenvermögen in einer von der niederländischen Zentralbank beaufsichtigten Treuhandstiftung verwahrt. Die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 Euro, wie sie für Bankeinlagen gilt, greift hier nicht.
Was kostet Finom?
Der Solo-Tarif für Einzelunternehmer beginnt bei 0 Euro. Kostenpflichtige Tarife starten laut Preisliste bei 7 Euro im Monat ohne Mehrwertsteuer und staffeln sich nach Nutzerzahl, Freigrenzen und Funktionsumfang. Jahreszahlung ist günstiger als monatliche Zahlung, kostenpflichtige Tarife lassen sich 30 Tage testen. Stand 22.08.2026.
Bekomme ich eine deutsche IBAN?
In Deutschland ja, nach Anbieterangabe innerhalb von 24 Stunden. In Österreich bekommst du dagegen eine europäische IBAN, keine AT-IBAN. Das ist erlaubt und für Zahlungen kein Hindernis, einzelne Behörden und Geschäftspartner tun sich damit aber schwerer.
Sind auf dem Zinskonto wirklich 5 Prozent drin?
Die 5 Prozent pro Jahr sind ein Aktionszins für die ersten fünf Monate. Danach richtet sich der Satz nach dem Tarif und liegt nach Angaben des Anbieters deutlich darunter. Wichtiger noch: Das Geld liegt dabei nicht auf einem Konto, sondern in qualifizierten Geldmarktfonds, die Aksys verwaltet. Das bedeutet Sondervermögen nach MiFID II statt Einlagensicherung und ein zwar geringes, aber vorhandenes Kursrisiko. Ein Tagesgeldkonto ist etwas anderes.
Ist die Prime Card eine Kreditkarte?
Nein, sie ist eine Visa-Debitkarte. Belastet wird sofort vom Guthaben, einen Kreditrahmen gibt es nicht. Für 9,99 Euro im Monat bekommst du 1 Prozent Cashback bis 1.000 Euro monatlich, keine Fremdwährungsgebühr bis 20.000 Euro Umsatz im Monat, Zugang zu Flughafen-Lounges und eine eSIM. Ob sich das rechnet, hängt davon ab, wie viel du tatsächlich über die Karte umsetzt.
Welche Rechtsformen werden unterstützt?
Einzelunternehmen, Freiberufler, GbR, UG, GmbH, KG, oHG und AG, dazu Firmen in Gründung. Für die Prüfung brauchst du den Ausweis des gesetzlichen Vertreters und je nach Rechtsform Handelsregisterauszug oder Gewerbeanmeldung.
Kann ich Bargeld einzahlen?
Nein. Finom ist ein rein digitaler Anbieter ohne Filialnetz. Abheben geht mit der Visa-Debitkarte, je nach Tarif bis zu 5.000 Euro im Monat gebührenfrei. Wer regelmäßig Bargeld einnimmt, braucht zusätzlich ein Konto bei einer Filialbank.
Gibt es einen Dispo oder einen Firmenkredit?
Nein, beides bietet Finom nicht an. Wenn du eine Kreditlinie für dein Unternehmen suchst, findest du sie im Firmenkredit-Vergleich auf KreditKompass, nicht hier.
Glossar zu Finom
Wichtige Begriffe rund um Finom und das Geschäftsmodell — kompakt erklärt.
- Geschäftskonto
- Konto ausschließlich für betriebliche Ein- und Ausgaben. Trennt Privates sauber vom Betrieb und macht Buchhaltung und Betriebsprüfung deutlich einfacher.
- E-Rechnung
- Rechnung in einem strukturierten elektronischen Format, das sich maschinell auslesen lässt. Seit 2025 müssen Unternehmen in Deutschland solche Rechnungen empfangen können, ein PDF allein reicht dafür nicht.
- Umsatzsteuer-Voranmeldung
- Regelmäßige Meldung der eingenommenen und gezahlten Umsatzsteuer ans Finanzamt, je nach Umsatz monatlich oder vierteljährlich.
- EÜR
- Einnahmen-Überschuss-Rechnung. Die vereinfachte Gewinnermittlung für Freiberufler und kleine Gewerbetreibende, Alternative zur doppelten Buchführung mit Bilanz.
- Geldmarktfonds
- Fonds, der in kurzlaufende Anleihen und Geldmarktpapiere investiert, hier vor allem EU-Staatsanleihen. Gilt als schwankungsarm, ist aber eine Geldanlage mit Kursrisiko und keine Einlage mit gesetzlicher Sicherung.
- Debitkarte
- Karte, bei der der Betrag sofort vom Kontoguthaben abgeht. Anders als bei einer echten Kreditkarte gibt es keinen Verfügungsrahmen und keine spätere Sammelabrechnung.
- Treuhandstiftung
- Rechtlich eigenständige Stelle, die Kundengelder getrennt vom Vermögen des Anbieters hält. Schützt das Geld bei einer Insolvenz des Anbieters, ersetzt aber nicht die gesetzliche Einlagensicherung einer Bank.