Girokonto · 10 Min. Lesezeit
Girokonto wechseln in 7 Schritten: Kontowechselservice 2026 ohne Stress und kostenlos
Girokonto wechseln dauert mit dem gesetzlichen Kontowechselservice meist nur Minuten Aufwand. Wir zeigen alle 7 Schritte, die häufigsten Fehler und was beim alten Konto wirklich passiert.
Veröffentlicht am 01. Juni 2026

Girokonto
Ein Girokonto wechselst du mit dem gesetzlichen Kontowechselservice, indem du das neue Konto eröffnest, im Online-Banking den Wechselservice startest und alle Zahlungspartner sowie Daueraufträge automatisch übertragen lässt. Der Service ist seit 2016 gesetzlich vorgeschrieben, in der Regel kostenlos und übernimmt die meiste Arbeit – dein eigener Aufwand liegt oft bei nur 10 bis 20 Minuten. In diesem Pillar-Ratgeber führen wir dich durch alle 7 Schritte und zeigen die Fehler, die einen Wechsel doch noch teuer machen.
Was ist der Kontowechselservice – und warum gibt es ihn?
Der Kontowechselservice ist ein gesetzlich geregeltes Verfahren, mit dem deine neue Bank die Übertragung aller wiederkehrenden Zahlungen vom alten auf das neue Girokonto organisiert. Rechtsgrundlage ist das Zahlungskontengesetz (ZKG), das die EU-Zahlungskontenrichtlinie in deutsches Recht umsetzt. Seit dem 18. September 2016 ist jede Bank in Deutschland verpflichtet, einen solchen Service kostenlos anzubieten.
Der Kern des Verfahrens: Innerhalb gesetzlicher Fristen muss die alte Bank alle relevanten Daten – also Daueraufträge, Lastschriftmandate und regelmäßige Geldeingänge der letzten 13 Monate – an die neue Bank weitergeben. Die neue Bank richtet daraufhin die Daueraufträge ein und informiert auf Wunsch deine Zahlungspartner über die neue IBAN.
Wichtig zu wissen: Der gesetzliche Anspruch besteht, doch viele Banken bieten zusätzlich digitale Komfort-Lösungen über externe Dienstleister an, die in wenigen Minuten durchlaufen. Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass du nicht verpflichtet bist, den Service der Bank zu nutzen – du kannst den Wechsel auch manuell mit Musterbriefen erledigen.
Girokonto wechseln in 7 Schritten – die komplette Anleitung
Der Ablauf ist seit der gesetzlichen Vereinheitlichung bei fast allen Anbietern ähnlich. Wir gliedern ihn in sieben klar abgrenzbare Schritte, damit nichts vergessen wird.
Schritt 1: Neues Girokonto auswählen und eröffnen. Vergleiche zuerst die Konditionen – Kontoführungsgebühr, Dispozins, Bargeldversorgung und Kartenkosten. Worauf es dabei wirklich ankommt, haben wir im Ratgeber zum kostenlosen Girokonto im Vergleich zusammengefasst. Eröffne das neue Konto per Video- oder PostIdent – das dauert online meist 10 bis 15 Minuten.
Schritt 2: Kontowechselservice im Online-Banking starten. Nach erfolgreicher Eröffnung loggst du dich ins Online-Banking der neuen Bank ein und öffnest den Menüpunkt „Kontowechselservice" oder „Umzugsservice". Dort gibst du die IBAN deines alten Kontos und die alte Bank an.
Schritt 3: Buchungsliste analysieren lassen. Der Service ruft – mit deiner Zustimmung – die wiederkehrenden Buchungen der letzten 13 Monate ab: Gehalt, Miete, Versicherungen, Streaming-Abos, Strom, Mobilfunk. Du bekommst eine übersichtliche Liste angezeigt.
Schritt 4: Zahlungspartner auswählen, die informiert werden sollen. Per Häkchen entscheidest du, wer deine neue IBAN automatisch per Brief oder E-Mail erhält – etwa Arbeitgeber, Vermieter und Versicherer. Den Rest kannst du bewusst weglassen, etwa Abos, die du ohnehin kündigen willst.
Schritt 5: Daueraufträge übertragen. Daueraufträge werden nicht automatisch von Bank zu Bank kopiert – sie müssen neu eingerichtet werden. Der Wechselservice legt sie auf Basis der Buchungsliste für dich auf dem neuen Konto an. Prüfe Betrag und Ausführungstermin trotzdem manuell nach.
Schritt 6: Restguthaben übertragen und Wechselzeitpunkt festlegen. Du bestimmst einen Stichtag, ab dem Zahlungen über das neue Konto laufen. Bis dahin solltest du das alte Konto im Plus halten, damit Lastschriften nicht ins Leere laufen. Ein kleines Guthabenpolster für die Übergangsphase ist sinnvoll.
Schritt 7: Altes Konto auflösen. Erst wenn alle Eingänge und Lastschriften nachweislich auf dem neuen Konto ankommen, lässt du das alte Konto kündigen. Viele Wechselservices bieten auch dafür einen automatischen Kündigungsauftrag an – mehr dazu weiter unten.
Faustregel: Lass das alte Konto mindestens drei Monate parallel laufen. So fängst du vergessene Jahresabbuchungen wie Kfz-Versicherung oder GEZ-Beitrag noch ab.
Wie lange dauert ein Kontowechsel mit Service?
Die gesetzliche Frist für den Datenaustausch zwischen alter und neuer Bank beträgt nach dem Zahlungskontengesetz maximal zwölf Geschäftstage ab Beauftragung. In der Praxis ist die eigentliche digitale Einrichtung über die neue Bank oft in wenigen Minuten erledigt – die Wartezeit entsteht vor allem dadurch, dass die alte Bank die Daten innerhalb von fünf Geschäftstagen liefern muss.
Realistisch solltest du für den gesamten Prozess inklusive Parallel-Laufzeit etwa vier bis acht Wochen einplanen, bis du das alte Konto guten Gewissens schließen kannst. Der reine Aktiv-Aufwand für dich liegt dabei meist unter 20 Minuten.
Tipp für den Übergang: Wenn dein neues Konto noch nicht voll einsatzbereit ist und kurzfristig Liquidität fehlt, ist der teure Dispo selten die beste Lösung. Wann sich eine günstigere Alternative lohnt, zeigt unser Vergleich Kleinkredit oder Dispo.
Was muss ich beim Kontowechselservice beachten? Die häufigsten Fehler
Der Wechsel scheitert selten an der Technik – sondern an vergessenen Details. Diese Punkte solltest du im Blick behalten:
- Jahreszahlungen nicht vergessen. Manche Lastschriften wie Versicherungsbeiträge oder Vereinsbeiträge laufen nur einmal jährlich und tauchen in der 13-Monats-Liste eventuell nicht auf, wenn die letzte Buchung länger zurückliegt.
- Altes Konto nicht zu früh kündigen. Solange noch Lastschriften auflaufen, riskierst du Rücklastschriftgebühren und im schlimmsten Fall einen negativen Eintrag.
- Dispo und Kredite prüfen. Ein überzogenes altes Konto muss vor der Kündigung ausgeglichen werden. Laufende Kredite über das alte Konto solltest du gesondert ummelden.
- PayPal, Amazon & Streaming-Dienste manuell ändern. Online-Bezahldienste werden vom Wechselservice oft nicht erfasst, weil sie als variable Zahlungen gelten. Die neue IBAN trägst du hier selbst nach.
- Schufa im Blick behalten. Eine reine Kontoeröffnung verschlechtert deinen Score normalerweise nicht. Was die SCHUFA tatsächlich speichert, kannst du jederzeit über die kostenlose Datenauskunft prüfen.
Wenn der Kontowechsel Teil einer größeren finanziellen Neuordnung ist – etwa weil du mehrere Verträge bündeln willst – kann sich parallel ein Blick auf bestehende Kredite lohnen. Wann sich das auszahlt, erklärt unser Ratgeber zur Umschuldung und zur Umfinanzierung bestehender Kredite.
Wird beim Kontowechselservice das alte Konto automatisch gekündigt?
Nein – das alte Konto wird beim Kontowechselservice nicht automatisch gekündigt, sondern nur auf deinen ausdrücklichen Wunsch hin. Du musst die Schließung des alten Kontos aktiv beauftragen. Viele Wechselservices bieten dafür einen optionalen Kündigungsauftrag an, den du per Häkchen aktivierst und der dann zum gewählten Stichtag ausgeführt wird.
Diese Trennung ist bewusst so geregelt: Sie schützt dich davor, dass dein altes Konto geschlossen wird, bevor alle Zahlungen sauber umgeleitet sind. Die Kündigung eines Girokontos ist laut Zahlungskontengesetz jederzeit kostenlos und fristlos möglich – Banken dürfen dafür keine Gebühr verlangen.
Kontrolliere vor der finalen Kündigung deinen letzten Kontoauszug auf offene Posten und lass dir die Kontoauflösung schriftlich bestätigen. So hast du einen Nachweis, falls später doch noch eine Buchung versucht wird.
Welche Bank bietet einen Kontowechselservice an?
Grundsätzlich bietet jede Bank in Deutschland, die Zahlungskonten für Verbraucher führt, einen Kontowechselservice an – das schreibt das Zahlungskontengesetz vor. Dazu zählen Direktbanken, Filialbanken, Sparkassen und Genossenschaftsbanken gleichermaßen. Die Unterschiede liegen im Komfort, nicht im gesetzlichen Mindestanspruch.
Direktbanken setzen meist auf vollständig digitale Wechselassistenten, die in wenigen Minuten durchlaufen. Filialbanken und Sparkassen bieten zusätzlich persönliche Beratung am Schalter an, was bei vielen Zahlungspartnern oder Unsicherheit hilfreich sein kann.
Bei der Auswahl der neuen Bank zählt aber vor allem das Konto selbst: Eine reibungslose Wechselfunktion nützt wenig, wenn das Konto danach hohe Gebühren verursacht. Die Stiftung Warentest prüft regelmäßig Banken-Angebote nach unabhängiger Methodik – ein guter Ausgangspunkt für die Vorauswahl.
Beispielfall: So lief der Wechsel bei einer durchschnittlichen Familie
Familie M. zahlte bei ihrer Filialbank 9,90 Euro Kontoführungsgebühr im Monat, also rund 119 Euro im Jahr. Sie wechselten zu einer Direktbank mit kostenlosem Girokonto bei Gehaltseingang. Allein die eingesparte Kontoführung bringt über zehn Jahre rund 1.190 Euro – ohne dass sich an der Nutzung etwas ändert.
Der Ablauf im Zeitraffer: Tag 1 Online-Eröffnung per VideoIdent (15 Minuten). Tag 2 Start des Wechselservice, Buchungsliste mit 14 wiederkehrenden Zahlungen (8 Minuten). Tag 9 Bestätigung, dass Arbeitgeber und Versicherer informiert wurden. Woche 6 erster Gehaltseingang auf dem neuen Konto. Woche 10 Kündigung des alten Kontos nach Kontrolle der letzten Jahreslastschrift.
Der gesamte Eigenaufwand: knapp 30 Minuten verteilt über zehn Wochen. Eine vergessene jährliche Vereinsabbuchung fing das parallel laufende Altkonto problemlos ab – genau dafür ist die Übergangszeit gedacht.
Manueller Wechsel als Alternative – wann er sinnvoll ist
Du bist nicht verpflichtet, den Kontowechselservice der Bank zu nutzen. Wer wenige Zahlungspartner hat oder maximale Kontrolle möchte, kann den Wechsel auch manuell durchführen. Dabei forderst du selbst eine Liste deiner Daueraufträge und Lastschriften an, informierst Arbeitgeber und Vertragspartner per Musterbrief und richtest Daueraufträge eigenständig neu ein.
Die Verbraucherzentrale stellt dafür kostenlose Musterbriefe bereit. Der Vorteil: Du behältst jeden einzelnen Schritt im Blick. Der Nachteil: deutlich mehr Eigenaufwand und ein höheres Risiko, einen Zahlungspartner zu vergessen.
Für die meisten Verbraucher mit Gehalt, Miete und einer Handvoll Abos ist der automatische Service die einfachere und sicherere Wahl. Der manuelle Weg lohnt sich eher bei sehr einfachen Kontostrukturen oder wenn die alte Bank den Service erfahrungsgemäß schleppend bearbeitet.
Häufig gestellte Fragen zum Kontowechsel
Was muss ich beim Kontowechselservice beachten?
Beim Kontowechselservice solltest du das alte Konto im Plus halten, mindestens drei Monate parallel laufen lassen und Online-Bezahldienste wie PayPal oder Amazon manuell auf die neue IBAN umstellen. Jahreszahlungen wie Versicherungsbeiträge prüfst du gesondert, da sie in der 13-Monats-Buchungsliste fehlen können. Erst nach dem letzten Zahlungslauf kündigst du das alte Konto.
Wie lange dauert ein Kontowechsel bei Service?
Der gesetzliche Datenaustausch zwischen den Banken muss nach dem Zahlungskontengesetz innerhalb von maximal zwölf Geschäftstagen erfolgen. Die digitale Einrichtung über die neue Bank dauert oft nur Minuten. Bis zur sicheren Schließung des alten Kontos solltest du realistisch vier bis acht Wochen Übergangszeit einplanen.
Wird beim Kontowechselservice das alte Konto gekündigt?
Nein, das alte Konto wird nicht automatisch gekündigt. Die Schließung erfolgt nur auf deinen ausdrücklichen Wunsch, oft per optionalem Häkchen im Wechselservice. So ist sichergestellt, dass das alte Konto erst geschlossen wird, wenn alle Zahlungen sauber umgeleitet sind. Die Kündigung selbst ist gesetzlich kostenlos.
Welche Bank bietet einen Kontowechselservice an?
Jede Bank in Deutschland, die Verbraucher-Girokonten führt, muss seit September 2016 einen Kontowechselservice kostenlos anbieten – das gilt für Direktbanken, Filialbanken, Sparkassen und Genossenschaftsbanken. Die Unterschiede liegen nur im Komfort, etwa rein digitaler Assistent versus persönliche Beratung in der Filiale.
Kostet der Kontowechselservice etwas?
Nein, der Kontowechselservice ist nach dem Zahlungskontengesetz kostenlos. Banken dürfen weder für die Datenübertragung noch für die Kündigung des alten Kontos eine Gebühr verlangen. Kosten können nur entstehen, wenn das neue Konto selbst eine Kontoführungsgebühr hat.
Verschlechtert ein Kontowechsel meinen Schufa-Score?
Eine reine Girokonto-Eröffnung wird zwar von der Schufa gespeichert, wirkt sich aber in der Regel nicht negativ auf deinen Score aus. Problematisch wird es erst, wenn beim Wechsel ein überzogenes altes Konto ungekündigt bleibt oder Rücklastschriften auflaufen. Wer seinen Score aktiv verbessern will, findet konkrete Schritte in unserem Ratgeber zur Bonität.
Take-Away: Der Kontowechsel ist dank des gesetzlichen Service heute kein Bürokratie-Marathon mehr, sondern in 7 Schritten und unter 30 Minuten Eigenaufwand machbar. Entscheidend ist die Übergangsphase – lass das alte Konto im Plus und kündige es erst, wenn jede Lastschrift sauber umgezogen ist. Wir bei KreditKompass empfehlen, vor dem Wechsel das neue Konto sorgfältig zu vergleichen und die Gelegenheit zu nutzen, auch Kredite und Verträge auf bessere Konditionen zu prüfen – etwa über unseren Ratgeber zur Bonitätsverbesserung in 7 Schritten oder den Effektivzins-Vergleich.
KI-Redakteurin · KI-Redaktion
Lyra
Lyra ist die KI-Redakteurin von KreditKompass. Sie recherchiert aktuelle Kredit- und Finanzierungs-Themen, schreibt fundierte Ratgeber-Artikel und prüft alle Quellen — bevor jeder Artikel von der KreditKompass-Redaktion redaktionell freigegeben wird.
Zuletzt aktualisiert
01. Juni 2026
ℹ️ Dieser Artikel wurde von unserer KI-Redaktion verfasst und vor Veröffentlichung von der KreditKompass-Redaktion geprüft. Alle Zahlen und Bedingungen werden gegen unabhängige Quellen (Bundesbank, Verbraucherzentrale, BaFin) verifiziert.
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